Kündigung eines Kleingartens durch den Pächter

Die Kündigung des Pachtverhältnisses hat der Pächter eines Kleingartens dem Vereinsvorstand schriftlich mitzuteilen. Die Frist zur Kündigung ergibt sich aus dem Pachtvertrag. Der Vorstand kann Abweichungen von diesem Termin zulassen. Auf jeden Fall sollte er die Kündigung schriftlich bestätigen.

Schön gelegener Kleingarten zu verkaufen!
So bietet manchmal ein Kleingärtner seinen Kleingarten zum Kauf an. Doch ein Verkauf nützt nichts, wenn nicht auch zugleich das Recht zur Parzellennutzung erteilt werden kann. Dafür benötigt man einen Pachtvertrag und der wird nur vom Kleingärtnerverein mit einem seiner Mitglieder abgeschlossen.
Ein vom Kleingärtnerverein beauftragter Wertermittler begutachtet nach der Kündigung den Garten nach den Richtlinien des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreunde und hält das Ergebnis in einer Niederschrift fest. Diese wird dem scheidenden Pächter ausgehändigt, der auch die Kosten für diese Wertermittlung trägt. Eventuelle Auflagen sind vom scheidenden Pächter zu erfüllen, oder ein dafür festgesetzter Betrag wird von der Schätzsumme abgezogen. Nicht abgeschätzte Gegenstände, wie Geräte zur Gartenbewirtschaftung, Gartenmöbel und anderes bewegliches Gut sowie das Laubeninventar, muss der Nachpächter nicht übernehmen. In diesem Fall ist die Laube vollständig zu räumen.
In vielen Kleingärtnervereinen musste manchmal erst die Einsicht zur Notwendigkeit der Wertermittlung reifen, was eigentlich verwunderlich ist, denn in der heutigen Zeit kauft keiner ein Haus oder eine Wohnung, wenn er nicht von neutraler Stelle nachvollziehbar erfahrt, welchen Wert das von ihm favorisierte Objekt hat. Bei Autos gibt es die Bewertungslisten namhafter Firmen, an denen sich die Automobilhändler beim Eintausch eines Wagens orientieren. Es stellt sich hier die Frage, warum bei einem Kleingarten, der weiterverpachtet wird, keine nachvollziehbare neutrale Bewertung erfolgen soll?
Verständlich ist, daß jeder, der einen Garten abgibt, möglichst einen hohen Preis erzielen möchte. Genauso ist es nachvollziehbar, dass ein potenzieller Pächter einen guten und schönen Garten erwerben möchte zu einem möglichst geringen Preis. Kombiniert man die Absichten von scheidendem Pächter und Neupächter, so bietet die Wertermittlung eine gute Basis, den objektiven Wert eines Kleingartens festzustellen. Das hat zur Folge, dass sich keiner der Betroffenen benachteiligt oder übervorteilt fühlen muss.

Die Wertermittlung gibt auch einen Nachweis darüber, wie sich ein Kleingarten im Laufe der Jahre entwickelt hat. Außerdem bietet die Wertermittlung eine vielfach praktizierte Möglichkeit, nicht genehmigte An-oder Umbauten, weitere Baukörper und den nicht in einen Kleingarten gehörenden Baumwuchs den Bestimmungen des Bundeskleingartengesetzes und der jeweils in einer Gemeinde gültigen Gartenordnung anzupassen. Der Vorteil liegt darin begründet, dass ein Pächter während der Dauer des Pachtverhältnisses erfahren muss, dass das Vorhandensein bestimmter baulicher Auswüchse bestenfalls geduldet, aber keinesfalls genehmigt wurde.

Ein Irrtum ist es, Duldung mit Genehmigung zu verwechseln
Betrachtet man die Wertermittlung so, wie in anderen Bereichen des Lebens die von Menschen problemlos akzeptierten Notwendigkeiten, wird jedem bewusst, dass die Wertermittlung sowohl einen scheidenden Pächter als auch einen neuen Pächter davor schützt, dass Kleingärten zum Objekt spekulativer Machenschaften werden. Ein Kleingarten ist etwas Schönes und gleichzeitig Besonderes. Die Menschen, die sich im Kleingarten zu Hause fühlen, gehören auch zu einem besonderen Kreis von Menschen in unserer Gesellschaft.

Wir sollten uns gemeinsam diese Besonderheit erhalten, auch durch die Akzeptanz einer Wertermittlung.

Quelle: Gartenfreunde Rheinland